Paris, ein Fest fürs Leben...

Was denn Reiz von Paris ausmacht, habe ich mich schon oft gefragt. Ich kann die Euphorie, die diese Stadt in mir auslöst, einfach nicht erklären. Gewiss auch andere Länder haben schöne Hauptstädte. Einige davon gefallen mir sehr, jedoch ist und bleibt „das Herz Frankreichs“ meine Nummer 1 und die Nummer 1, der besten Reisefreundin von allen. Fotos und meine Paris-Bibliothek helfen, wenn mich mal wieder ein wehmütiger „Parisanfall“ überkommt. Die Wartezeit bis zur nächsten Reise in meine Lieblingsstadt ist halt immer zu lang...



Unzählige Künstler und Literaten erlagen und erliegen noch immer dem Charme dieser Stadt. Und so schrieb im Jahr 1950 einer der Größten von ihnen, nämlich kein geringerer als der Nobelpreisträger Ernest Hemingway, an einen Freund:

„Wenn du das Glück hattest, als junger Mensch in Paris zu leben, dann trägst du die Stadt für den Rest deines Lebens in dir, wohin du auch gehen magst, denn Paris ist ein Fest fürs Leben.“

Unter dem Titel „Paris ein Fest fürs Leben“ sind die Hemingways Erinnerungen bei „rororo“ veröffentlicht. Das Buch habe ich mehrmals gelesen, den Hemingway entführt in die aufregende Zeit der 1920iger Jahre in Paris.


„Als Hemingway, der Nobelpreisträger, 1956 mit seiner vierten Frau Mary nach Paris zurückkehrte, ließ er sich aus dem Keller des Hotels Ritz seine alten Koffer bringen. Sie enthielten Tagebücher und Aufzeichnungen aus den 1920igern, seiner Zeit als Auslandskorrespondent des Toronto Star. Hemingway nahm sich diese frühen Notizen vor und formte daraus den Roman seiner Pariser Jahre. Für ihn war es eine glückliche, prägende Zeit, als er an der Seine angelte, bescheidene Gewinne beim Pferderennen in Champagner umsetzte, mit Gertrude Stein, James Joyce, Ezra Pound und Scott F. Fitzgerald zusammenkam. Erst hier, in Gesellschaft der schon berühmten Kollegen, verschrieb er sich der Schriftstellerei. Hemingways letztes Buch führt zu seinen Anfängen zurück: „Paris, ein Fest fürs Leben“ ist eine Feier des Lebens und des Schreibens, ein Erinnerungsbuch voll jugendlicher Kraft und melancholischem Humor“, heißt es im Klappentext.

Ich gerate schnell ins Schwelgen, wenn ich an Paris denke. Jede Jahreszeit in dieser Stadt hat ihren Reiz. Jedoch am allerschönsten ist Paris wenn der Himmel blau ist und die Sonne scheint...



Alfred Kerr, Schriftsteller und Journalist (1867-1948), schrieb über Paris:

„Ich rate jedem, der sich schlecht fühlt, eine Reise nach dieser Stadt zu machen. Weil das allgemeine Empfinden, weil das Glücksgefühl dort gehoben wird.“

Wie wahr, wie wahr…



„Wenn der liebe Gott sich im Himmel langweilt, dann öffnet er das Fenster und betrachtet die Boulevards von Paris.“

Dieses Zitat stammt aus der Feder von Heinrich Heine (1797-1856), Deutscher Dichter und Journalist. Heine nannte Paris „seine Zauberstadt“. Er war 33 als er nach Paris kam und blieb bis zu seinem Lebensende. Hier fühlte er sich frei und konnte nach seinem Gusto leben.

Meine neueste Entdeckung und absolut gut gegen „Winter- und Parisblues“ sind die Bücher von Nicolas Barreau. Barreau wurde 1980 in Paris geboren und hat Romanistik und Geschichte an der Sorbonne studiert. Er arbeitet in einer Buchhandlung an der Rive Gauche in Paris und schreibt an seiner Dissertation. Drei Romane sind hat er bisher veröffentlicht. Seine Geschichten sind amüsant, locker, kurzweilig erzählt und so himmlisch romantisch, wie ein Sommerregen in Paris, frei nach dem Motto: „und am Ende kriegen sie sich doch…“