
Noch immer gerate ich ins Schwärmen, wenn ich an den Besuch der großen und wohl einmaligen Bilderausstellung von Claude Monet im Grand Palais in Paris denke. Die Ausstellung, die von September 2010 bis Januar 2011 zu sehen war, war eine Hommage der Stadt Paris an den bekanntesten und beliebtesten Künstler Frankreichs. Es war quasi ein „Muss“ für Monet-Fans aus aller Welt, diese Ausstellung zu besuchen. Monets Experimente mit Licht und Farbe machte ihn zu einem der Gründerväter der impressionistischen Bewegung im 19. Jahrhundert. Von Monets Bild mit dem Titel „Impression soleil levant“ aus dem Jahr 1892, das den Sonnenaufgang im Hafen von Le Havre zeigt, stammt der Name „Impressionismus“ ab. Das Bild gehört dem Musée Marmottan Monet. Claude Monet stand an der Spitze der neuen Kunstrichtung Impressionismus. Als die ersten Werke der Impressionisten, zu den auch Sisley, Cézanne, Manet, Pissarro und Renoir gehörten, in den Pariser Salons gezeigt wurden, machten sich die Kritiker über die Bilder lustig...

Musée Marmottan Monet, Paris
Die Monet-Ausstellung im Grand Palais war die größte Retrospektive mit Monets Werken, die jemals zusammengestellt wurde. Titelbild und Aushängeschild war das Gemälde "Femme au Jardin" aus dem Jahr 1866. Es kam als Leihgabe aus St. Petersburg, wo es im Museum der Ermitage hängt.

Um all die gezeigten Werke einmal im Original sehen zu können, müsste man eine Weltreise unternehmen, denn die Bilder von Monet sind über den gesamten Globus verteilt und hängen in den größten und bekanntesten Museen der Welt. In Paris trafen sie nun wieder zusammen, die einzigartigen Serien und Studien, die Monet z. B. von der Kathedrale in Rouen oder den Heuhaufen gemalt hat. Seine Mohnblumenbilder waren zu sehen, ebenso wie einige der zahlreichen Seerosenbilder, die Monet in seiner letzten Schaffensperiode gemalt halt. Bewundern durften wir auch die Landschaftimpressionen aus der Normandie, der Bretagne und die vielen Bilder von Camille, von denen „Camille, du La Femme à la robe verte“ (1886) zu einem meinen Lieblingsbilder von Monet zählt. Das Bild gehört dem Kunstverein Bremen und hängt dort in der Kunsthalle. Im Jahr 2006 stand das großflächige Bild im Mittelpunkt der Ausstellung "Monet und Camille - Frauenportraits im Impressionismus". Dieses Bild fasziniert mich seit dem Besuch der Bremer Monet-Ausstellung. Und so war meine Freude groß, dieses Bild in Paris zu sehen.

Niemanden hat Claude Monet so oft gemalt wie Camille Doncieux, die ihm seit 1865 Modell stand und ihm zwei Söhne schenkte. Monet malte Camille in blühenden Gärten, am sommerlichen Strand und auf lichtdurchfluteten Wiesen. Als Camillie 1879 im Alter von 32 Jahren starb, malte Monet sie zum letzten Mal. Das Bild zeigt Camille auf dem Totenbett. Über ihr Gesicht legte Monet einen Schleier aus Licht. Seine zweite Ehefrau, Alice Hoschedé, hat Monet nie portraitiert, was vermuten lässt, dass Camillie nicht nur sein Lieblingsmodell und seine Muse, sondern auch seine ganz große Liebe war.
In der Retrospektive mit 200 Werken aus verschiedenen französischen Museen sowie Sammlungen rund um den Globus, konnte die Besucher Monets künstlerische Entwicklung verfolgen. Für mich war es ein wertvoller und einzigartiger Einblick in die Karriere und das Lebenswerk des großen Malers. Obwohl Monet einer der populärsten französischen Maler ist, gab es seit 1980 keine bedeutende Monet-Ausstellung mehr in Frankreich. Die Ausstellung im Grand Palais war sehr umfassend, gab sie doch einen Überblick über das sechzigjährige Schaffen des Impressionisten.
Natürlich war diese Ausstellung ein Besuchermagnet für Kunstliebhaber aus aller Welt. In weiser Voraussicht hatte ich, dem Internet sei Dank, Eintrittskarten vorbestellt. Mit der Karte bekam man die Uhrzeit, zur der wir eingelassen wurden. Vor Ort war dann wirklich alles bestens organisiert. Die Besuchergruppen fanden sich in den entsprechenden „Zeit-Zonen“ ein und durften erst nach gründlicher Taschen- und Personenkontrolle in die Monet-Ausstellung der Superlative gehen. Der große Sicherheitsaufwand war verständlich, denn hier hingen Millionenwerte an den Wänden...
Monet in den Pariser Museen
Eine große Kollektion von Monets Bildern können, sofern sie nicht als Leihgaben in anderen Mussen unterwegs sind, dauerhaft in Pariser Museen bewundert werden. Eine der schönsten Sammlungen befindet sich im „Musée Marmottan Monet“ Das zur Académie des beaux-arts gehörende Museum ist aus verschiedenen Privatsammlungen hervorgegangen und befindet sich in einer Stadtvilla aus dem 19. Jahrhundert in der Nähe des Bois de Boulogne. Es beherbergt die größte Sammlung mit Werken des Malers Claude Monet, wozu auch das Gemälde Impression, Soleil Levant gehört:

Link: www.marmottan.com
Viele Monet Bilder werden auch einem der schönsten Museen von Paris, dem „Musée d'Orsay“ gezeigt. Jedem Parisreisenden möchte ich einen Besuch in diesem tollen Museum, verbunden mit einer Pause im romantischen Cafe des Museums empfehlen:
Link: www.musee-orsay.fr

Wer ein Fan der berühmten Seerosenbilder ist, sollte dem „Musée de l’ Orangerie“ im „Jardin des Tuileries“ einen Besuch abstatten. Bekannt ist das Museum vor allem für die beiden Säle mit den monumentalen Seerosenbildern von Claude Monet. Diese Gemälde sind bis zu 17 Meter breit und je 2 Meter hoch und ergeben eine Gesamtlänge von mehr als 100 Meter. Monet wollte seine Gemälde unter natürlichem Tageslicht sehen, das durch ein Glasdach einfällt. Die „Grandes Décorations" in der Orangerie wurden am 17. Mai 1927, ein halbes Jahr Monets Tod, eingeweiht. 1960 kam die Sammlung Jean Walter und Paul Guillaume als Schenkung in das Museum. Für die 144 Meisterwerke von Cézanne, Matisse, Picasso und Renoir musste neuer Raum geschaffen werden. Eine Decke wurde eingezogen und die Seerosen in ein Schattendasein verbannt. In den Jahren 2000 bis 2006 wurde das Museum für rd. 30 Millionen Euro umgebaut und erweitert, es erhielt wieder ein Glasdach. Am 17. Mai 2006 wurde das Museum wiedereröffnet. Der imposante und einzigartige Seerosenzyklus von Claude Monet entfaltet nun wieder bei einfallendem Tageslicht seine ganze Schönheit.

Unter dem nachfolgendem Link kann man einen virtuellen Spaziergang durch die Seerosengalerie machen.
Link: www.musee-orangerie.fr