Gretna Green liegt in Südschottland dicht an der Grenze zu England. Es ist quasi der erste Ort auf schottischen Boden, den die meisten Touristen besuchen. Auch auf der alten Postkutschenroute von London nach Edinburgh war Gretna Green das erste Dorf in Schottland. Gretna Green gehört zu den beliebtesten Hochzeitsorten der Welt. Früher wurden hier minderjährige Brautpaare getraut oder jene Paare, die „durchgebrannt“ waren. Es kam immer wieder zu dramatischen Szenen, da Väter ihre Kinder verfolgten und versuchten, die Hochzeiten in letzter Minute zu verhindern.
Lange Zeit galten in Großbritannien keine festen Regeln zur Schließung einer Ehe. Im Jahre 1753 verabschiedete das britische Parlament den Lord Hardwicke's Marriage Act, der unter anderem für eine Heirat zwischen Minderjährigen die Einwilligung der Eltern forderte. Dieses Gesetz galt nur für England, nicht aber in Schottland. Dort durften weiterhin Jungen mit 14 und Mädchen mit 12 Jahren eine Ehe ohne elterliche Zustimmung schließen. Diese Regelung sprach sich sehr schnell herum. Das schottische Gesetz verlangte seinerzeit zu einer Eheschließung lediglich eine Erklärung in Anwesenheit von zwei Zeugen, so dass beinahe jeder zur Abnahme des Eheversprechens berechtigt war. In Gretna Green hatte sich der Schmied als Amtsperson für die Eheschließung etabliert. Die Hochzeiten fanden in seiner Schmiede statt und der Amboss bekam bei den dortigen Trauungen eine besondere Bedeutung.
Ab 1856 verlangte das schottische Gesetz, dass die Ehepaare vor der Eheschließung sich mindestens 21 Tage in Schottland aufgehalten haben müssen. Diese Regelung wurde 1977 wieder aufgehoben. 1929 wurde das Mindestalter für eine Eheschließung auf 16 Jahre heraufgesetzt, wobei immer noch keine elterliche Einwilligung verlangt wird. Die Schmiede, wurde um das Jahr 1712 gebaut und ist heute ein Museum. Es gibt eine Ausstellung und drei Trauzimmer, alle mit einem Amboss versehen. Rund 5.000 Hochzeiten im Jahr werden in Gretna Green geschlossen.