Glen Coe


Das Tal Glen Coe beeindruckt durch seine fast schon dramatisch schöne Landschaft. Das Glen (= gälisch für Tal) Coe wird auch „Tal der Tränen“ genannt, denn hier fand am 13. Februar 1692 ein unsägliches Massaker statt, das prägend in der schottischen Geschichte war:



„Das Tal gehörte etwa ab dem elften Jahrhundert bis 1308 dem Clan der MacDougalls. Diese wurden vom späteren schottischen König Robert the Bruce geschlagen. Das Tal ging an die MacDonalds, die mit Robert gekämpft hatten. Um 1500 begannen die ärmeren Highland-Clans wie die MacDonalds, sich als Viehdiebe gegen die reicheren Lowland-Clans zu verdingen. Dabei entstand auch eine Rivalität zwischen den MacDonalds und Campbells, die auch unter Robert the Bruce gekämpft hatten, jedoch nur den Glen Lyon bei Perth in den Lowlands erhalten hatten. Durch immer zahlreichere Raubüberfälle über Jahrzehnte schuf sich der Glen Coe-Clan schließlich bei allen Nachbarn einen schlechten Ruf. 1692 richteten königliche Soldaten das Massaker von Glencoe an, bei dem 38 Talbewohner ums Leben kamen. Nach diesem Ereignis, das für viele Schotten den Tiefpunkt ihrer Clangeschichte darstellt, normalisierte sich das Verhältnis der weiter den Glen beherrschenden MacIans (einem Zweig der MacDonalds) zu den anderen Clans wieder.“



Einziges Dorf in diesem Tal ist Glencoe. Durch das Tal führt heute die A82. In dieser beeindruckende Landschaft wurden bekannte Filme gedreht, darunter natürlich die Sagas vom „Highländer“, von „Braveheart“, „Rob Roy“ und in jüngster Zeit auch „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“. Bei unserer Fahrt durch da Glen Coe, wurde das Tal, wie unschwer zu kennen, seinem Beinamen gerecht, denn es vergoss viele Tränen…



Die Highlands sind ein Eldorado für Bergwanderer bzw. Bergsteiger. Die Schotten betreiben hier das „Munro-Bagging“, das sich zu einer Art schottischen Volkssport entwickelt hat. Die Bergsteiger "Sammeln" die Besteigungen von Bergen. Diese haben eine Höhe von mehr als 3.000 Fuß = 900 Meter und werden „Munros“ genannt. 277 gibt es davon in Schottland. Wer alle Berge bestiegen hat, darf sich „Munroist“ nennen. Meldet man dies dem „Scottish Mountaineering Club“, wird man in eine Liste eingetragen. Mittlerweile haben sich 3000 „Munroisten“ registrieren lassen. Diese messen sich in unterschiedlichsten Rekordversuchen, etwa wer die meisten Munros an einem Tag oder in einer Woche bestiegen hat.



Sir Hugh Thomas Munro (1856 -1919) selbst, war ein britischer Bergsteiger, der die Bergwelt Schottlands erkundet hat. Ab 1891 verfasste er die besagte „Munro-Liste“, in der alle schottischen Berge jenseits der 914-Meter-Grenze aufgeführt sind. Munro soll es übrigens nie geschafft haben, alle 283 Berge seiner Liste zu erklimmen. Der erste, dem dies im Jahr 1901 gelang, war ein gewisser Reverend Robertson.