Die schwärzlichen Figuren sind in unterschiedlichen Haltungen dargestellt. Eine Dame steht, während sie ihren Arm auf einen Stuhl lehnt, zwei andere sind eben dabei, eine Tasse Tee zu trinken, während auf dem Tisch zwischen ihnen volle als auch gebrauchte Tassen liegen und die zwei letzten Figuren stehen abermals.
Eine rollt eine Zeitung mit den Zeilen "Women are persons" sowie "Les femmes sont des personnes" auf, während die andere darauf deutet. Die kanadische Künstlerin Barbara Paterson schuf die Bronze-Statuen, um an den Kampf um das Frauenwahlrecht in Kanada zu erinnern. "The Famous Five" fragten im Jahre 1927 den „Supreme Court of Canada“ und danach das „Judicial Committee of the Privy Council“: „Ob Frauen Personen seien?“…

Der Fall, in Kanada bekannt als Persons Case endete mit der Entscheidung des Supreme Courts, dass Frauen keine Personen im Sinne des Gesetzes sind, der Privy Council in London widerrief dies jedoch. Die genaue Frage, die die fünf Frauen dem Gericht stellten, war ob der Constitution Act von 1867 es Frauen erlaubt, Mitglieder des kanadischen Senats zu werden. Der Supreme Court entschied, dass sich der Passus "Personen" ausschließlich auf Männer beziehe. Er begründete dies unter anderem damit, dass:
die Legislatoren, die das Gesetz beschlossen hatte, keine Frauen im Sinn hatten als sie dies beschlossen,
die Sprache des Gesetzes die ganze Zeit das männliche Personalpronomen he verwendet, wenn es von Senatoren spricht.
Die Famous Five wandten sich an den Justizausschuss des Privy Council in London, damals das höchste Berufungsgericht für das gesamte britische Empire außerhalb Großbritanniens. Das entschied am 18. Oktober 1929, dass Frauen tatsächlich Personen im Sinne des Gesetzes seien und bezeichneten den Ausschluss von Frauen als "Relikt barbarischerer Zeiten". Das Urteil war bindend für das gesamte britische Empire; nur innerhalb der britischen Inseln nicht, so dass die Frage, ob Frauen im House of Lords sitzen konnten, noch einige Jahre lang umstritten blieb.
Die fünf Frauen, alle aus Alberta, waren:
Emily Murphy (auch erste Richterin des Britischen Empires)
Irene Marryat Parlby (Führerin der Landfrauen, Aktivisten und erste weibliche Ministerin in Alberta)
Nellie Mooney McClung (Suffragette und Mitglied des Parlaments von Alberta)
Louise Crummy McKinney (Erste Frau, die in die Legislative Albertas oder Kanadas oder des Britischen Empires gewählt wurde)
Henrietta Muir Edwards (Gründerin des Victorian Order of Nurses)
Ein Dank den mutigen Frauen, die für die Erkenntnis gekämpft haben, dass Frauen auch Personen, sind... In diesem Zusammenhang sei noch ein Zitat von Gustav Falke (1853 - 1916)erlaubt:
aber Gesetze keine Männer."
Wie wahr, wie wahr...
(Quelle: Wikipedia)
(Fotos: Meg 2010)