
National Gallery of Art, Washington D. C.
Sie jedoch ist das Gesicht und Werbeträgerin der Ausstellung: Victorine Meurent, Muse, Gefährtin und Lieblingsmodell des französischen Malers Édouard Manet, dargestellt in dem faszinierendem Bild "Die Eisenbahn".
Die Ausstellung war eines der Hauptprojekte der „Kulturhauptstadt RUHR 2010“ und wurde von drei Französinnen kuratiert: Françoise Cachin, Gründungsdirektorin des Musée d’Orsay, Françoise Reynaud, Kuratorin für Fotografie am Musée Carnavalet, Paris, und Virginie Chardin, freischaffende Kuratorin.

Am 13.11.2010 habe ich die beeindruckende Ausstellung gemeinsam mit "der besten Freundin von allen" und Mitgliedern der Deutsch-Französischen Gesellschaft (DFG) in Essen besucht. Als Paris-Fan ist der Besuch dieser großartigen Ausstellung sozusagen ein „Muss“ - ja man muss bzw. sollte sie einfach gesehen haben. Das Bild „Die Eisenbahn“ entstand 1872/73 und steht für Paris, der ersten Metropole der Moderne, dem das Museum Folkwang diese Ausstellung gewidmet hat.

Die Ausstellung geht auf die große Zeit der Veränderung ein, denn selten ist eine Stadt so schnell verwandelt worden wie Paris zwischen 1860 und 1900. Unter Napoleon III. und seinem Präfekten Georges Eugéne Hausmann im Zweiten Kaiserreich (1852 – 1870) noch während der Dritten Republik, wird Paris zu einer großen Baustelle, denn Paris soll die strahlende Hauptstadt eines großen Kaiserreichs werden. Mittelalterliche Stadtteile und Elendsviertel werden abgerissen, die Bewohner umgesiedelt. Es entstehen die breiten Boulevards und die großen Plätze. Die Stadt „macht sich Luft“ wird groß und weiträumig. Die mehrgeschossigen, standardisierten Wohnhäuser, die noch heute das Stadtbild prägen werden gebaut. Es entstehen neue Bahnhöfe, Theater und die Metro. Paris wird elektrifiziert und nachts beleuchtet. In dieser Zeit entsteht auch das Wahrzeichen von Paris – der Eiffelturm, der anlässlich der Pariser Weltausstellung 1889 errichtet wurde. Sie fand aus Anlass des hundertjährigen Jubiläums der Französischen Revolution statt.

Es ist aber auch die Zeit der Impressionisten, wie Monet, Manet oder Renoir, die neue Maltechniken entwickeln und in ihren Bildern das modere Großstadtleben darstellen. Ebenfalls entwickelt sich die Technik der Fotografie weiter. Bedeutende Fotografen jener Zeit dokumentieren die Entwicklung in Paris und halten Veränderungen fest. Durch die Gegenüberstellung von Malerei und Fotografie verbindet das Museum Folkwang den Blick der Impressionisten und Fotografen auf Paris und zeigt, wie die eine Großstadt zum ersten Mal zu einem zentralen Thema der Kunst wird.
Die Ausstellung gliedert sich in verschiedene Themenbereiche, u. a. „Blicke auf Paris“, „Monumente und Parks“, „Die Baustellen Napoleons III., „Straßen und Boulevards“, „Die Eisenbahn“, „Entlang der Seine“, „Im Café“… Die Besucher, die durch die Räume der Ausstellung gehen, tauchen in eine andere – sehr bewegende Zeit ein.
Rund 80 Gemälde der berühmtesten Impressionisten wie Manet und Pissarro, Monet oder Renoir und ihren bedeutenden Zeitgenossen wie Caillebotte, Luce und Goeneutte werden gezeigt sowie 120 Fotografien von Gustave le Gray, Edouard Baldus, Charles Marville, Louis-Emile Durandelle, Henri Rivière oder Eugène Atget.

Gustave Caillebotte, 1877
Art Institute of Chicago
Der Tagesausflug nach Essen und der Besuch der Ausstellung haben sich absolut gelohnt, die Werke sind in Auswahl und Zusammenstellung einfach genial und sehr sehenswert. Sogar das Wetter spielte mit und fügte sich thematisch ein... "Essen an einem Regentag"...
Link: Museum Folkwang