
„C´est une historie!“ = „Es ist eine lange Geschichte“, warum ich die französische Sprache zwar sehr liebe, aber kaum über meinen „Wortsalat-Status“ hinauskomme, mit dem ich mich schlecht, aber immerhin und so einigermaßen auf Frankreichreise durchschlage. Auf jeden Fall bin ich um Längen besser als ein Mitreisender auf einer Tour durch die Bretagne...
Dieser kam aus dem Ländle, also aus dem Schwäbischen und sprach wahrlich einen heftigen Dialekt. Wenn die Schwaben so richtig ins Schwäbeln kommen, hat man als Norddeutsche einige Probleme, seinen eigenen Landsmann zu verstehen. Wie viel schwerer haben es da erst die Franzosen, zumal besagter Schwabe ein ganz besonders „komischr Gnilch“ war und sich nicht einmal um einen Mikrowortschatz in französischer Sprache bemüht hat. Guten Tag, Ja, Nein, Bitte und Danke in einer Landessprache sagen zu können, ist wirklich nicht so schwer und für mich ein Zeichen von Respekt und Höflichkeit.
"Alors", besagter „Gnilch“ saß am Frühstückstisch. Extra für unsere deutsche Reisegruppe hatte das kleine gemütliche Hotel in St. Malo ein leckeres Büfett angerichtet. Es gab gekochte Eier, Salamiaufschnitt, Schinken, Käse, Marmelade, Butter, Weißbrot, natürlich frische Crossaints mit und ohne Schokolade sowie eine Auswahl von Frühstückscerealien, wie es jetzt neudeutsch heißt, also Müsli, Cornflakes und Co. Diese Auswahl war für französische Verhältnisse riesig, zumal sich Franzosen wie allgemein bekannt, meistens mit einer Schale Kaffee und Crossaints zum Frühstück begnügen. Besagter Schwabe haute ordentlich rein. Zwischen seinen herzhaften Bissen ins Brot, warf er immer wieder ein Blick auf das Büfett, besonders auf die Käseplatte. Und plötzlich - ach du Schreck, war die letzte Scheibe Käse weg… Zunächst wartete er noch einen Moment ab, wobei er jetzt die Bedienung ins Visier nahm, die mit ab- und aufdecken der Frühstückstische beschäftigt war. Sie kümmerte sich jedoch nicht um das Büfett und legte dementsprechend auch nichts nach. Das Gesicht des Schwaben wurde länger und länger, dass Büfett immer leerer und leerer. Unsere Reisegruppe war fast durch und mit dem Frühstück fertig. Schließlich fasste sich der Schwabe ein Herz, stupste die Bedienung an und stammelte: „Kas? – Kaaaas? – Käs?“. Die freundliche Bedingung schaute ihn fragend an und sagte höflich: „Pardon Monsieur?“ Er zeigte auf die leere Platte am Büfett und wiederholte: „Kas? – Käs? – Kaaas?“ Er variierte das Wort Käse, in der Hoffnung, dass dieser ausgesprochen sprachliche Käse in der Stadt der Korsen verstanden wird. Mir und meiner Freundin war sein Benehmen ziemlich peinlich und so griff ich ein mit einem: „Pardon Madame, Formage s'il vous plaît.“ Die Kellnerin sagte höflich: „Merci Madame“ und verschwand in der Küche. Sie holte noch zwei Scheiben „Kaas“ und legte sie dem Schwaben auf den Teller, worauf er sagte: „A bissle isch emmer no besser wia gar nix!“ Na dann „Bon appétit“ oder „An Guada!“, wie man im Ländle sagt… Und wir merken uns für heute: Zu Käse sagt man in Frankreich: "Fromage"...