„Frakkland“ hört sich im ersten Moment nach einem außergewöhnlichen Reiseziel an, von dem man vielleicht noch nichts gehört hat. Selbst meine frakkländischen Freunde wussten lange Zeit nicht, dass sie in Frakkland leben. Die Erklärung für diese leichte Irritation ist ganz einfach, denn „Frakkland“ ist isländisch und steht für die „Grande Nation Frankreich“. Die Bezeichnungen „Frakkland“ für Frankreich und „Tékkland“ für Deutschland, entwickelten sich auf unserer deutsch-französischen Islandrundreise zum „Running Gag“, über den wir wahrlich Tränen gelacht haben.
Da uns der isländische Vulkan mit dem unaussprechlichen Namen „Eyjafjallajökull“ fast täglich mit neuen Nachrichten versorgt, sind meine Reiseerinnerungen wieder sehr präsent. In diesem Zusammenhang fällt mir ein besonderer Ort namens "Fáskrúðsfjörður" ein, der am gleichnamigen Fjord im Osten Islands liegt. Der kleine Ort hat ca. 600 Einwohner, die überwiegend von der Fischerei leben.
Zwischen 1880 und 1920 war Fáskrúðsfjörður auch ein Zentrum für französische Fischer. Diese kamen in der Wintersaison zum Fischen nach Island. Einige Fischer ließen sich im Ort nieder. Die meisten jedoch, gingen ihrer Arbeit als Fischer draußen auf See nach. Sie kamen nur manchmal zu Tauschgeschäften an Land oder wenn sie krank oder verletzt waren. Fischer, die verstarben, fanden hier ihre letzte Ruhestätte - am Gestade des Fischerdorfes Fáskrúðsfjörður mit Blick auf den Fjord. Ein Museum und die generell zweisprachigen Straßennamen (isländisch und französisch) zeugen von dieser Zeit. Für meine Freunde war der Besuch dieses Ortes ein außergewöhnliches Highlight. Und so flanierten wir gemeinsam durch das einsame isländische Fischerdörfchen - auf der "Rue du Port" - zu den wirklich idyllisch gelegenen Seemannsgräbern ...

