Lucca

Zweite Station auf unserer Toskana-Rundreise war Lucca, die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Lucca liegt 20 km nordöstlich von Pisa und ist umgeben von einem wahren Befestigungsbollwerk.



Die gigantische Stadtmauer ist vier Kilometer lang, 12 Meter hoch und 30 Meter breit. Der Bau der Befestigungsanlagen wurde 1504 begonnen und 1645 fertig gestellt. Die Anlagen sind gut erhalten und heute eine mit Bäumen gesäumte Promenade, auf der man spazieren gehen oder Rad fahren kann. Von hier aus hat man einen wunderbaren Blick auf das grüne Herz der Stadt mit liebevoll gepflegten Gärten, Dachterrassen und Balkonen. Durchbrochen wird der Mauerring durch vier gewaltige Stadttore.





Eine weitere Besonderheit des beschaulichen Renaissancestädtchens ist die „Piazza dell' Anfiteatro“. Die Häuser, die hier stehen, wurden auf den Resten des römischen Amphitheaters gebaut.




„San Michele“ ist neben den Dom in Lucca, die zweite bedeutende Kirche. Sie wurde auf dem Forum, dem alten römischen Marktplatz gebaut und stammt aus dem 12. Jh. Die Außenverkleidung und die Fassade wurden ab 1200 für ein höher geplantes Mittelschiff gebaut, zu dem es dann nicht kam - daher ist die Höhe der Fassade überproportioniert im Vergleich zum Kirchenbau dahinter. Die Fassade zeigt eine reiche Gestaltungs- und Gliederungsvielfalt in den Säulen. San Michele ist eines der prächtigsten Beispiele dieser typisch toskanischen Bauform.


Luccas berühmtester Sohn ist der Opernkomponist Giacomo Puccini
(* 22. Dezember 1858 in Lucca; † 29. November 1924 in Brüssel). Puccini stammt aus einer Musikerfamilie. Sein Vater Michele Puccini war Leiter der Stadtkapelle von Lucca, Organist am Dom und Komponist von Opern und Messen, sein Großvater Domenico Puccini war ebenfalls ein Komponist von Orchesterwerken und Klavierstücken. Aus der Feder von Giacomo Puccini stammen u. a. La Bohème, Toska, Madama Butterfly und Turandot. Die Stadt hat ihrem berühmten Sohn ein Denkmal gesetzt, denn seine Musik und Opern sind unvergänglich und erfreuen bis heute weltweit ein begeistertes Opernpublikum.


So gab es im Sommer 2009 auf dem Burgplatz in Braunschweig eine umjubelte Open-Air-Inszenierung der Madama Butterfly. Der historische Platz im Herzen der Stadt, hatte sich hierfür in einen japanischen Garten verwandelt. Großartige Stimmen und die bekannten großen Arien erzeugten unvergessliche Momente und Gänsehautgefühl… Ein kleiner Kreis hat sich wieder einmal geschlossen. Das wir nach dem Opernerlebnis im August nun Puccinis Geburtsstadt und seine Wirkungsstätten sehen konnten, wird nachhaltig in Erinnerung bleiben. Besonders gern hielt sich Puccini übrigens im "Cafe Di Simo" auf, dort trank er jeden Tag seinen Kaffee und komponierte. Ich trinke auch jeden Tag Kaffee, große Opernarien sind mir jedoch noch nicht eingefallen, das gibt mir irgendwie zu denken ... ;-)


(Madama Butterfly auf dem Burgplatz in Braunschweig)