Centre Pompidou

La Magie de la couleur - Miro-Ausstellung in Paris



Vor fünf Jahren feierte das Centre Pompidou in Paris den katalanischen Künstler Joan Miró mit einer großen Ausstellung. Ingesamt 240 Werke wurden ausgestellt. Die Ausstellung trug den Titel: „Miró 1917-34 - Die Geburt der Welt“. Die Ausstellung spiegelte die Entwicklung von Mirós gegenständlicher Kunst bis zur „Traummalerei“, die auf das Jahr 1923 datiert wird. Wie Paul Klee und Pablo Picasso ließ Miró Symbolismus, Fauvismus und Futurismus hinter sich und verwirklichte auf Dutzenden Collagen, Ölgemälden und Zeichnungen die von ihm proklamierte „freie Kunst“.



Da ich zum Zeitpunkt der Ausstellung Freunde in Paris besuchte, nutzte ich die Gelegenheit mir die große Werkausstellung anzusehen. Es war ein großes Vergnügen durch die imposante Ausstellung zu gehen, um einen nachhaltigen Eindruck von Mirós Kunst zu bekommen. Die Collagen aus den verschiedenen Materialen gefielen mir besonders gut. Eine Collage war mit Lackbildern verziert und erinnerte mich an meine Lackbildersammlung, die ich als Kind hatte. Beeindruckt haben mich auch die berühmten blauen Großgemälde mit den schwarzen Flecken und roten Streifen. Schlichter Titel der Werke: Bleu I, Bleu II, Bleu III.



Eine große Entdeckung war für mich das Bild: „La Magie de la couleur“. Gemalt 1930, auf einer Fläche von 150 x 225 cm. Es zeigt auf der linken Seite eine nicht gleichmäßige runde Fläche in Rot, daneben etwas höher platziert, eine etwas kleinere knallgelbe Fläche. Und ganz klein unterhalb der roten Fläche ein neckisch erscheinender schwarzer Fleck, der irgendwie an ein Muttermal erinnert. Zur Erinnerung an die Ausstellung kaufte ich mir eine Postkarte von diesem Bild. An der Kasse bemerkte der Kassiererin gedankenverloren: „Trés joli. La Magie de la couleur“... Ich sagte nur: „Oui!“ und freute mich, dass dieses Bild offensichtlich auch der Kassiererin gut gefiel.


Beim Abendessen erzählte meinen Freunden von der Ausstellung und zeigte die Postkarte. Als wir am nächsten Tag durch die Stadt gingen, entdeckten wir eine Fußgängerin, die mit ihrem kleinen weißen Hund spazieren ging. Sie trug eine rote Jacke, dazu einen gelben Faltenrock und schwarze Schuhe. „O Miro!“, rief lachend mein Freund, „La Magie de la couleur …“ Es war wirklich ein ulkiger Zufall, die Magie der Farben nicht nur Centre Pompidou, sondern auch leibhaftig auf einem Trottoir in Paris zu sehen…