Kornfelder



Jedes Saatkorn ist ein reiches Versprechen, es trägt eine ganze Welt in sich. Es trägt das Versprechen des blühenden Korns über goldgelben Feldern: Scheunen voll Korn, Brot für die Menschen. Ein Saatkorn ist wie ein Gebet eines Menschen in der Nacht. Es liefert sich an geheimnisvolle Kräfte der Mutter Erde aus, wo es in einer stillen Umarmung sterben wird, um in Fruchtbarkeit zu neuem Leben aufzubrechen. Das Saatkorn. Das große Geheimnis von Leben und Sterben, von Stille, Einfachheit, Verborgenheit. Es überlässt sich der Dunkelheit der Erde. Es fühlt die Wärme der Sonne. Es trinkt den Segen des Regens. Das Saatkorn sieht die Ähre nicht, aber es glaubt daran. Der Weg des Saatkorns ist der Weg jedes Menschen zur Fruchtbarkeit und Reife.

Phil Bosmans



Auch Vincent van Gogh ließ sich von Kornfeldern inspirieren. Im Februar 1888 übersiedelte er nach Arles in Südfrankreich. Hier lebte er in einer Arbeits- und Lebensgemeinschaft mit Paul Gauguin, in der er persönliche und künstlerische Erfüllung fand. Viele seiner bekanntesten Werke, vorrangig Landschaften in leuchtenden Farben, entstammen dieser fruchtbaren Schaffensperiode. Ein häufiges Motiv waren die für diese Gegend typischen Zypressen. Das Bild „Kornfeld mit Zypressen“ entstand im Jahr 1890. Es hängt in der Tate Gallery in London.



Zypressen gehören nicht zu unserer Kulturlandschaft, wohl aber Bäume, die die Kornfelder umrahmen und die Blicke des Betrachters schweifen lassen.