„Ein kleiner Schritt für einen Menschen,
aber ein gewaltiger Sprung für die Menschheit!“

Dieser Satz von Neil Armstrong, dem ersten Menschen auf dem Mond, ist legendär und steht für einen Meilenstein in der Menschheitsgeschichte. Am 16. Juli um 17.16 Uhr MEZ verließen drei Astronauten ihren Heimatplaneten Erde, um auf dem Mond zu landen. Die erste Mondlandung glückte am 21. Juli 1969 um 3.56 Uhr MEZ. Die Welt blickt auf ein historisches Ereignis zurück. Auch ich erinnere mich noch gut daran, wie sehr mich die Raumfahrt als Jugendliche faszinierte.
Wie gebannt saßen wir vor dem Schwarz-Weiß Fernsehen und verfolgten ununterbrochen die Berichterstattung zur Mondlandung, trotz Schnee und Rauschen bei der Übertragung: „Piep – Roger – Over“. Es war so spannend, besonders als die Apollo 11 in den Mondschatten eintrat und der Funkkontakt zur Erde abbrach. Wir warteten darauf, dass sich die Astronauten wieder zurückmeldeten und waren erleichtert, als wir wieder das berühmte: „Piep – Roger – Over“, hörten. Meine Mutter hatte belegte Brote gemacht, wir tranken Brause. Niemand bewegte sich vom Platz. Es war aufregend, alles live miterleben zu dürfen. Als die Mondlandephase begann, hielten wir den Atem an, unsere Herzen klopften wie wild. Der Moment, als die Landefähre aufgesetzt hat sowie der erste Schritt von Neil Armstrong auf dem Mond sind unvergessen.
Schon die Apollo 8-Mission sowie die nachfolgenden Kundschafterflüge von Apollo 9 und 10 haben mich begeistert und in den Bann gezogen. Ich fing an, alle möglichen Zeitungsberichte und Fotos zu sammeln, die ich penibel und fein säuberlich aufgeklebt und archiviert habe. Dieser Tage, wo die Mondlandung aufgrund des 40jährigen Jubiläums, wieder Thema ist, habe ich meine alte Sammelmappe hervorgekramt, darin gelesen und mich über das gesammelte Material gefreut. Über die weltweite Euphorie, die Schlagzeilen, die durch die Tagespresse und Illustrierten gingen muss ich heute schmunzeln.
Natürlich war der „Mann“ von „Bild“ dabei, der überschwänglich berichtete. United Press International (UPI) meldete, dass schon für 1972 der Bau einer Raumstation geplant sei. Der Papst betete für die Astronauten und Bild wusste, das Armstrong nicht schlafen konnte, aber das konnte wohl in Anbetracht dieses Ereignisses wohl niemand. Schon gar nicht wir auf der Erde, die alles mitverfolgten.
Den Amerikaner zeigten den Russen im Weltraumgefecht, buchstäblich eine lange Nase. Hatte man doch an dieser Front im „kalten Krieg“ nun eine schier unglaubliche Schlacht gewonnen. Die Schmach, dass der Russe Juri Gagarin 1961 der erste Mensch im Orbit war, war durch die Mondlandung wettgemacht und sogar übertrumpft worden. Jedoch, die Russen hielten dagegen und sorgten für weltweite Aufregung. Zeitgleich mit Apollo 11 schickten sie „Luna 15“ auf den Weg, eine automatische Mondsonde, die Mondgestein sammeln und zur Erde bringen sollte. Irgendetwas jedoch war bei dieser Mission schief gegangen, denn „Luna 15“ fand weder den Weg zum Mond, noch den Weg zurück auf die Erde. Lediglich ein Trick der Russen, der Verwirrung stiften sollte? „BILD“ titelte: „Automatischer Iwan im „Meer der Krisen“ zerschellt?“ und: "Roter Roboter zu Bruch gegangen"...
Die Ära der Mond-Missionen und Mondlandungen war schon eine verrückte und spannende Zeit. Capeau! All den Wissenschaftlern und Ingenieuren, die diese Leistung mit Computern im Anfangsstadium und einer Unmenge von Rechenschiebern vollbracht haben. Wenngleich ich mir heute wünschen würde, dass die Menschheit auch auf vielen anderen Gebieten so viel Energie entwickeln und ihre Ziele so hoch stecken würde. Es gibt auf unserem wunderschönen Heimatplaneten noch eine ganze Menge zu tun. In den letzten 40 Jahren sind trotz enormen Fortschritts, die globalen Aufgaben nicht weniger, sondern von Tag zu Tag mehr geworden.
Raketenvater Wernher von Braun, den die „BUNTE“ damals mit: „Der Mensch der nach den Sternen greift“, bezeichnete sagte im Exklusiv-Interview mit dem Blatt, dass die NASA im Jahr 1980 zum Mars fliegen würde. Heute wissen, dass die internationale Raumstation, bereits Wirklichkeit geworden ist. Bei der Mars-Mission jedoch besteht noch Beratungsbedarf im "Oval Office". Erste Weichen in Richtung Mars sind schon gestellt, "Marsmonauten" werden bereits auf ihre Mission vorbereitet.
Von Apollo 8 bis Apollo 17, der letzten Apollo-Mission habe ich alles dokumentiert. In meiner Begeisterung schrieb ich Listen über die Besatzungen, wer bei welchem Flug dabei war und Listen mit Start- und Landedaten. Nach der geglückten ersten Mondlandung schrieb ich sogar an die NASA. Ich gratulierte zum Erfolg, tat meine kindliche Begeisterung kund und bat um Autogramme von den Astronauten Armstrong, Aldrin und Collins. Den Brief adressierte ich wie folgt: „An die NASA, Kap Kennedy, Housten (Texas) USA“, dies in der Hoffnung, dass der Brief auch ankommen würde. Er fand den Weg über den Atlantik und zur NASA. Es vergingen einige Wochen, dann kam tatsächlich die ersehnte Antwort. Mein Herz überschlug sich fast, als ich den braunen A4 Umschlag öffnete und die drei gewünschten Autogramme sowie als Beigabe verschiedene Fotos von Apollo-Flügen in meinen Händen hielt. Diese Foto-Dokumente sind fürwahr der größte Schatz in meiner „Raumfahrt-Sammlung“.

In meinem Jugendzimmer, hingen zur dieser Zeit keine Bravo-Startschnitte, sondern große Poster von einer starteten Saturn-Rakete, von der Wasserung der Apollo-Kapsel und von unserem aufgehenden blauen Planeten. Niemals zuvor, hatte man so beidruckende und fantastische Bilder gesehen...

