Auch in unserem Gartenteich blühen Seerosen. Die Seerosen (Nymphaea) sind auf der ganzen Welt verbreitet und gehören zur Pflanzengattung der Seerosengewächse. Etwa vierzig Arten zählen zur der Gattung. Seerosen haben eine lange Tradition. Schon die alten Ägypter sollen sie in ihren Tempelgärten gezüchtet haben. Seerosen entwickeln prachtvolle Blüten, in einem Farbenspiel von weiß über gelb bis rosa.

Auch der französische Impressionist Claude Monet (1840-1926) war von Seerosen fasziniert und hat ihnen in unzähligen Gemälden ein malerisches Denkmal gesetzt. Monet mietete im Mai 1883 ein Haus in Giverny und legte dort einen Ziergarten an, den er mit einer Blütenpracht überzog. 1890 kaufte er das Haus und erwirbt im Jahr 1893 noch ein zweites Grundstück dazu. Monet liebte die Gartenkunst und legte in den folgenden Jahren den berühmten Wassergarten mit den Seerosen an, der von einer Brücke nach japanischem Vorbild überspannt wird. Der Wassergarten inspirierte Monet zu seinen Seerosengemälden. 1899 beginnt er die Seerosen-Serie, die er bis zu seinem Tod fortführt. Zu den vielen berühmten Seerosen Gemälden zählt u. a. „Die japanische Brücke“ von 1899. Zahlreiche Museen weltweit und auch private Sammler besitzen Seerosengemälde von Monet. Großflächige Exponate konnte ich bereits in einer Sonderausstellung Museum of Modern Art (MoMA) sowie weitere Gemälde im Metropolitan Museum of Art in New York bewundern.

Zu bewundern sind Monets Kunstwerke auch im Musée d' Orsay in Paris, das insgesamt über fantastische Sammlung impressionistischer Kunst verfügt. Empfehlenswert ist auch ein Besuch im Musée Marmottan Monet. Das Kunstmuseum liegt im 16. Arrondissement und ist aus verschiedenen Privatsammlungen hervorgegangen. Das Museum befindet sich in einer Stadtvilla aus dem 19. Jahrhundert in der Nähe des Bois de Boulogne. Es beherbergt die größte Sammlung mit Werken von Claude Monet, wozu auch das Gemälde "Impression, Soleil Levant" (Markenzeichen des Museums) gehört. Vom Titel dieses Meisterwerke leitet sich die Bezeichnung der Kunstrichtung Impressionismus ab. Natürlich sind es auch hier Seerosenbilder ausgestellt.

Wer noch mehr Seerosenbilder in Paris entdecken möchte, sollte dem „Musée de l’ Orangerie“ im „Jardin des Tuileries“ einen Besuch abstatten. Bekannt ist das Museum vor allem für die beiden Säle mit den monumentalen Seerosenbildern von Claude Monet. Diese Gemälde sind bis zu 17 Meter breit und je 2 Meter hoch und ergeben eine Gesamtlänge von mehr als 100 Meter. Monet wollte seine Gemälde unter natürlichem Tageslicht sehen, das durch ein Glasdach einfällt. Die „Grandes Décorations" in der Orangerie wurden am 17. Mai 1927, ein halbes Jahr Monets Tod, eingeweiht. 1960 kam die Sammlung Jean Walter und Paul Guillaume als Schenkung in das Museum. Für die 144 Meisterwerke von Cézanne, Matisse, Picasso und Renoir musste neuer Raum geschaffen werden. Eine Decke wurde eingezogen und die Seerosen in ein Schattendasein verbannt. In den Jahren 2000 bis 2006 wurde das Museum für rd. 30 Millionen Euro umgebaut und erweitert, es erhielt wieder ein Glasdach. Am 17. Mai 2006 wurde das Museum wiedereröffnet. Der imposante und einzigartige Seerosenzyklus von Claude Monet entfaltet nun wieder bei einfallendem Tageslicht seine ganze Schönheit.

Unter dem nachfolgendem Link kann man einen virtuellen Spaziergang durch die Seerosengalerie machen. P.S.: Die Seerosen stehen in der "Blumensprache" übrigens für Beständigkeit...
www.musee-orangerie.fr