Auvers ist im wahrsten Sinne des Wortes ein „Malerischer Ort“ und es scheint, als sei hier die Zeit stehen geblieben. In Auvers wandelt man auf den Spuren großer Maler. Besonders aber ist Auvers geprägt von Vincent van Gogh, der hier seine letzten schaffensreichen Tage verlebte. Zweimal war ich in mit lieben Freunden in Auvers.

Überall in Auvers sind Informationstafeln an den Stellen aufgestellt, an denen van Gogh seine Bilder gemalt hat. Auf diese Weise kann man die Landschaft, die Häuser, die Plätze aus van Goghs Blickwinkel entdecken und das reale Bild mit dem Kunstwerk vergleichen. Ein Spaziergang durch Auvers ist für Kunstliebhaber eine faszinierende, beeindruckende und unvergessliche Entdeckungsreise.
(Die Treppenstufen zur Kirche von Auvers inspirierten van Gogh zu einem Bild.)
Als Auvers an das Eisenbahnnetz angeschlossen war, kamen viele Pariser zu Landausflügen und Bootstouren vom Bahnhof Saint-Lazare aus in das Tal der Oise. Neben den Schriftstellern Jacques-Henri Bernardin de Saint-Pierre und Alphonse de Lamartine war es der Maler Charles-François Daubigny, der Anfang der 1860er Jahre Motive in die Landschaft von Auvers suchte. Zu diesem Zweck ließ er sich ein Atelierboot bauen, um vom Fluss aus die Umgebung zu malen. Im folgten später Cézanne und Pissarro und Claude Monet, welche mit dem im Ort wohnenden Dr. Paul Gachet befreundet waren. Der Kunsthändler Theo van Gogh brachte am 17. Mai 1890 seinen Bruder Vincent zu Dr. Gachet.
Vincent van Gogh wohnte nur 70 Tage in einer ärmlichen Dachkammer im Gasthaus L’Auberge Ravoux. Einmal wöchentlich war er bei Dr. Gachet, der sich von seiner Malerei sehr angetan zeigte und Kunst sammelte, zum Essen eingeladen.

(Der Gastraum und der Innenraum der Auberge. Hier ist die Zeit stehen geblieben. Man fühlt sich zurück versetzt in die Zeit der großen Maler...)

Das Sterbezimmer von Vincent van Gogh in Auvers.
In Auvers fiel Vincent van Gogh in einen wahren Schaffensrausch. In 70 Tagen schuf er rund 80 Gemälde und 60 Zeichnungen. Das noch ländliche Auvers mit seinen strohgedeckten Hütten bot ihm zahlreiche Motive. Er malte die Häuser des Dorfes, seine Kirche und die Porträts einiger Bewohner, darunter auch das des Dr. Gachet und dessen Tochter. Unter anderem malte er die Auvers umgebenden Kornfelder.


Die Kirche von Auvers. Das Bild von van Gogh hängt im Musée d'Orsay in Paris.

Am 27. Juli schoss van Gogh sich im Freien eine Kugel in die Brust (nach anderer Darstellung: in den Bauch), konnte aber noch zum Gasthof zurückkehren. Über die Beweggründe zu der Tat wurde viel spekuliert: Möglich ist, dass er, da Theo Familienvater war, um dessen ungeteilte Zuwendung fürchtete und zudem dem Bruder in der unsicheren beruflichen Situation finanziell nicht länger zur Last fallen wollte; möglicherweise sollte der Tod auch eine Preissteigerung seiner Bilder zugunsten Theos bewirken. Als Motiv wäre ebenfalls denkbar, dass eine sich anbahnende Liebesbeziehung zur 21jährigen Tochter Gachets durch den Vater verboten worden war. Nicht auszuschließen ist außerdem, dass es sich bei dem Schuss um einen „Hilfeschrei“ ohne wirkliche Tötungsabsicht handelte.
Die beiden herbeigerufenen Ärzte, darunter Dr. Gachet, verzichteten darauf, die Kugel zu entfernen. Vincent van Gogh starb am 29. Juli 1890 im Beisein seines Bruders. Er ist an der Seite Theos, der ihn nur um ein halbes Jahr überlebte, auf dem Friedhof von Auvers begraben.
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Denn die Maler begreifen die Natur und lehren uns sie sehen.
Vincent van Gogh (1853 - 1890)