Gudbrandstal

Das Gudbrandsdalen (dt. Gudbrandstal) ist mit rund 320 km Länge Norwegens längstes Tal. Es erstreckt sich von Süd-Ost nach Nord-West durch das Fylke Oppland. Der Fluss Gudbrandsdals-Lågen durchfließt das Tal in ganzer Länge. Gudbrandsdalen als Landschaft umfasst die Kommunen Lesja, Dovre, Skjåk, Lom, Vågå, Sel, Nord-Fron, Sør-Fron, Ringebu, Øyer, Gausdal und Lillehammer, also das Gebiet um Lillehammer und östlich davon. Im Gudbrandsdalen befinden sich die Seen Lessö-Verks-Vand, Lösna-Vand und Mjøsa sowie die Ortschaften Dovre, Dombås, Hundorp, Vinstra und Håga sowie die Städte Otta und Lillehammer. Die Europastraße 6 (E 6) führt durch das Gudbrandsdalen. Daneben führt als wichtige Verkehrsverbindung in Süd-Nord-Richtung die Dovrebahn von Oslo nach Trondheim.





Der Name Gudbrandsdalen soll von dem Wikingerhäuptling Dale-Gudbrand abgeleitet worden sein, dessen Hof heute noch als Kulturzentrum in Hundorp steht. Es ist als Sage überliefert, dass Dale-Gudbrand sich das gesamte Gudbrandsdal unterworfen habe, indem er an einem Tage das gesamte Tal mit einer Fackel in der Hand durchritten habe.







Die Gestalt des Peer Gynt aus Henrik Ibsens gleichnamigem Bühnendrama soll sich im Gudbrandsdalen aufgehalten und gelebt haben. Ein Gedenkstein für Peer Gynt steht in Vinstra, sein angeblicher Hof in Håga.



Peer Gynt ist ein 1867 von Henrik Ibsen geschriebenes dramatisches Gedicht, dass auf der Vorlage norwegischer Feenmärchen von Peter Christen Asbjørnsen entstand. Sie waren zwischen 1845 und 1848 unter dem Titel Norske Huldre-Eventyr og Folkesagn erschienen. In seinem Werk setzte sich Ibsen kritisch mit dem romantischen Nationalismus im Norwegen seiner Zeit auseinander. Er schuf es während seines freiwilligen Exils in Italien, vor allem auf Ischia und in Sorrent.



Peer Gynt war ursprünglich nicht für die Bühne geschrieben worden. Einige Jahre nach der Fertigstellung änderte Ibsen jedoch seine Meinung in diesem Punkt und begann das bis dahin in der Lesefassung sehr erfolgreiche Gedicht zu einer Bühnenfassung umzuarbeiten, was einige Kürzungen mit sich brachte. Für dieses Vorhaben schuf Edvard Grieg insgesamt 26 Musikstücke, aus denen er 1888 und 1891 seine beiden Peer-Gynt-Suiten zusammenstellte. Die Uraufführung erfolgte am 24. Februar 1876 im Christiania-Theater in Christiania (heute Oslo).

Heute besteht weitgehend Einigkeit darüber, dass die nationalromantische Musik Griegs denkbar schlecht zu Ibsens modernem Drama passt, obwohl sie mindestens drei große Hits der klassischen Musik zu bieten hat ("Solvejgs Lied", "In der Halle des Bergkönigs", "Morgenstimmung"); in zeitgenössischen Theaterproduktionen wird sie entweder gar nicht mehr oder nur ironisch verwendet. Grieg hat in Briefen denn auch mehrfach geäußert, dass Peer Gynt nie seine Sympathie gewinnen werde. Der dänische Märchendichter Hans Christian Andersen hielt das Werk gar für das Schrecklichste, das er je gelesen hatte.