In den 1990er Jahren wurde das Leybuchthörn fertiggestellt. Dieses Bauwerk erstreckt sich als Landzunge in das Wattenmeer. Innerhalb des Leybuchthörns befinden sich ein Speicherbecken und die Zufahrt von der Nordsee zum Greetsieler Hafen. Zwischen Hafen und offenem Meer befindet sich eine Schleuse. Seit Fertigstellung des Bauwerks ist der Greetsieler Hafen tideunabhängig erreichbar.
Die Entfernung zu den nahegelegenen Städten Emden und Norden beträgt 15 - 20 km in nördlicher bzw. südlicher Richtung.
In Briefen aus dem Jahr 1388 (Ocko I. tom Brok) wird Greetsiel das erste Mal urkundlich erwähnt. Hamburger Schiffe lagen damals im Hafen von Greetsiel vor Anker und hatten Zoll zu entrichten.
Der Ort wurde von der Domäne Appingen aus unter den Häuptlingen der Cirksena gegründet. Während Appingen an Bedeutung immer mehr verlor, wurde Greetsiel zum Häuptlingssitz. 1462 wurde auf der Cirksenaburg Graf Edzard der Große geboren, unter dessen späterer Landesherrschaft sich Ostfriesland von der Weser bis nach Groningen erstreckte. 1547 wurde hier Ubbo Emmius geboren. Auf alten niederländischen Karten ist der Ort als Grietjezijl eingezeichnet.
Greetsiel ist heute ein vielbesuchter Ort mit zahlreichen touristischen Attraktionen: Der malerische Fischereihafen mit zurzeit 28 Krabbenkuttern, die Zwillingsmühlen, die Kirche, das Halemsche Haus, Poppingas Alte Bäckerei, alte Häuser und Gassen, das Schöpfwerk, das alte Siel (1798), das neue Siel (1887) sowie der Pilsumer Leuchtturm. Im Rahmen einer Wochenendfahrt nach Ostfriesland lernte ich diesen zauberhaften Ort kennen, wobei mich besonders die Krabbenkutter faszinierten.